Erfahrungsberichte

19.03.2011 10:18 
Sabine Kuhn 
aus 
Lettweiler, Rheinland-Pfalz 
berichtet: 

Rheeba – 10,5 Jahre alte Collimix – Straßenhündin mit einer miesen Vergangenheit, vielen Phobien, Staupeüberlebende, usw. – nach Aussagen aller angefragten Hundetrainergenies:---nicht therapierbar, leider nicht Artgenossenkompatibel, gefährlich für Welpen und Junghunde---

so hörten wir jahrelang die Diagnose bezüglich unserer Hündin, die wir mit einem Jahr aus dem Tierschutz aufnahmen und die ohne große Probleme in unser damals aus 2 Rüden bestehendes Rudel fand. Die Jungs fanden sie toll und umgekehrt. Leider hörte hier dann auch die Symphatiebekundung auf. Rheeba war draußen einfach nicht zu handhaben. Sie ging auf andere Hunde los, bellte wie verrückt, stellte den Kamm, benahm sich außer Rand und Band. Kinder, Menschen – kein Problem, andere Hunde, ein Drama. Hinzu kam, dass sie die ersten 8 Monate bei uns alles an Krankheiten durchlebte, dass jeden Hund normalerweise umbringt... Staupe, Leishmaniose, Neosperose, Diagnose Hüftdisplasie usw..... wir hatten keinen Spaß. Die nächsten Jahre versuchten wir ab und an eine Hundeschule, einen Privattrainer, alles ohne Erfolg. Rheeba war nicht zu bändigen. Als dann 2009 unser Altrüde verstarb tickte sie vollständig aus. Sie verkroch sich, zeigte Angstneurosen bis hin zu Panikattacken und an dem Tag als sie davonlief, das Weiße in den Augen und sich versteckte und nicht wiederkam war bei mir der Kanal voll. Ich musste etwas tun...

Da fiel mir dann ein, dass ich ca. ½ Jahr zuvor an einem sehr spannenden informativen Seminar teilgenommen hatte, dessen Umsetzung ich leider – aus Zeitgründen.... tolle Ausrede... vernachlässigte. Ich griff zum Hörer und rief Gabi Kaetzke an. Sie kam sehr zeitnah zu uns nach Hause und wir zeigten ihr unseren Problemhund. Nach gefühlten 5 min kam die Erstdiagnose.... Rheeba ist keine zu therapierende ausgeflippte Problemhündin, Rheeba hat ein Problem : UNS .... denn sie traut uns nicht zu die Gruppe zu führen. Ihr Alpha – der Altrüde stirbt und sie ist total aus dem Gleichgewicht, nun muß einer die Führung übernehmen .... SIE.... oh Gott welche Verantwortung. Wir waren total konsterniert... WIR waren das Problem.. na dann... Rheeba hatte an diesem Tag noch einen Spaziergang der besonderen Art: Sie hatte Spaß und war befreit, denn endlich war jemand da, der wusste worum es ging: GABI.... – wir kamen uns vor wie die Deppen der Nation, aber wir hatten die Möglichkeit ihr zu helfen!

Dann begann die Arbeit.... wir begannen ganz von vorne, arbeiteten nach den Prinzipien die ich schon gelernt hatte und die mein Mann dann nochmals beigebracht bekam. Wir waren gewillt etwas zu ändern und man kann sich denken wie überrascht wir waren als sich nach nur 3 Tagen Rheebas Verhalten änderte. Sie wurde ruhiger. Ein Rückruf bei Gabi veranlasste uns dazu an den Hundespaziergängen teilzunehmen. Diese sind nicht nur Fun für Hund und Herrchen, nein, hier lernen die Hunde Sozialverhalten in der Gruppe und das andere keine Gefahr sind. Hier zeigte sich dann auch sehr schnell, dass Rheeba sehr gut kommunizieren konnte, keine Problem mit anderen Hunden hatte, wenn das andere Ende der Leine wusste was es tat. Nach 15 min durfte sie frei laufen, nach 1,5 Stunden kam sie das erste mal in ihrem Leben schutzsuchend durch die ganze Gruppe zu MIR zurück WEIHNACHTEN IST IM JUNI kann ich Euch sagen, dieses Gefühl vergesse ich nie!

Um es kurz zu machen, wir hatten sehr schnell Erfolg. Rheeba ist heute eine ruhige, freundliche Hündin, die auch ohne Leine an anderen Hunden vorbeigehen kann. Seit 2009 ist sie zudem „Ersatzmutter“ zweier Australian Sheperds die als WELPEN unser Rudel verstärkten und ich kann nur sagen, ohne sie hätte ich die Erziehung nicht so gut hinbekommen. Sie ist einfach eine MAMA und alle die sagten sie wäre eine Gefahr für Welpen haben LEIDER KEINE AHNUNG und können Hunde nicht LESEN. Gabi war bei der Einführung unserer beiden Jungs ins Rudel dabei und meinte nur : NA JA HAT JEMAND WAS ANDERES ERWARTET ? Rheeba verhielt sich wie eine Mutter mit allem was dazu gehört und das hat sich bis heute nicht geändert. 

Mein Fazit, egal wie alt ein Hund ist, wenn man wirklich was verändern will ist es nie zu spät, wir haben das bei einem 9 Jahre alten Hund geschafft und die Maus ist glücklich! Ich kann nur sagen : DANKE GABI

Gruß Sabine Kuhn