Zeckenschutz und -prophylaxe
Die Angst vor Borreliose & Co
... und insbesondere die Diskussionen um den möglichst wirksamsten aber sanftesten Schutz für unsere Vierpfotler läßt so manchen Tierbesitzer verzweifeln. Ich versuche an dieser Stelle einfach mal, einen roten Faden durch den "Mittelchen-Dschungel" zu knüpfen, damit Sie selbst in der Lage sind, für Ihr Tier den geeigneten Schutz zu finden.
- 1. Die Hautflora
Die Hautflora jeden Tieres verändert sich ständig, was zur Folge haben kann, dass ein Mittel, mit dem Sie letzte Saison gute Erfahrungen gemacht haben, in dieser Saison plötzlich nicht mehr zu wirken scheint. Das hat aber wenig mit der Wirksamkeit des einzelnen Mittels zu tun.
Generell beißen oder saugen Parasiten jeder Art nur ungern auf intakter Haut. Regel Nummer eins muß also lauten:
Stabilisierung der Hautflora.
Hierfür gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist eine mehrwöchige Kur mit dem homöopathischen Mittel "Sulfur D6". Eine andere besteht darin, dem Futter zweimal wöchentlich ein kirschgerngroßes Stück Bäckerhefe mit einem Schuß Distelöl in einem Schluck warmen Wassers aufzulösen und dem Futter hinzu zu fügen. Auch ein geeignetes Futter, das das Tier mit einem glänzenden, gesunden Fell quittiert, ist eine gute Vorbeugemaßnahme. Bei vielen hat sich auch etwas Knoblauch im Futter bewährt. Er ist in normaler Dosierung (1/2 Zehe zwei bis dreimal wöchentlich) nicht giftig wie vielfach behauptet wird. Wer in der Dosierung unsicher ist, der kann auch auf entsprechende Granulate aus dem Zoofachhandel zurückgreifen. Tiere sollten generell nicht gebadet werden - und sollte eine Dusche unumgänglich sein, sollte nach Möglichkeit nur warmes Wasser und keine seifenhaltigen Produkte verwendet werden. Hunde, die viel baden und schwimmen, sollten immer gut durchtrocknen, insbesondere bei langem oder sehr dichtem Fell. Chemische Mittel greifen die Hautflora ebenfalls an, sodass die Tiere auf Dauer eher anfälliger für Parasiten wie Zecken, Flöhe oder Milben werden.
- 2. Chemische oder natürliche/biologische Präparate?
Der Nachteil bei den chemischen Präparaten ist zum einen, wie oben erwähnt, dass sie die Hautflora auf Dauer schwächen. Aber nicht nur die Hautflora sondern, wie bei allen chemischen Produkten, werden auch Leber und Niere - die Entgiftungsorgane - auf Dauer belastet. Dafür haben sie oft einen sofortigen Wirkeintritt und meist eine längere Wirkdauer. Außerdem bieten sie auch gegen bestimmte Blutparasiten, wie z.B. Herzwürmer, einen wirksamen Schutz.
Der Nachteil bei den biologischen, bzw. natürlichen Präparaten ist, dass sie häufig zu unrecht als ungefährlich eingestuft werden. In vielen Präparaten sind durchaus als giftig einzustufende Zutaten enthalten. Natürlich heißt nicht zwangsläufig ungiftig! So ist z.B. das häufig verwendete Teebaumöl für Katzen gänzlich ungeeignet. Aber auch Geranium ist nicht ganz unbedenklich. Generell reagieren einige Tiere auch sensibel auf diverse ätherische Öle, die Grundbestandteil der meisten natürlichen Zeckenabwehrpräparaten sind. Bei Anzeichen von allerigschen Reaktionen ist das entsprechende Mittel sofort abzusetzen. Auch geruchlich sind viele dieser Mittel schon für die menschliche Nase eine Herausforderung, sodass ich mich manchmal frage, wie sich wohl ein Hund oder eine Katze dabei fühlt?
Es gibt auch einen bioenergetischen Anhänger (Tic-Clip) für das Halsband, der nicht riecht und bei dem die Meinungen hinsichtlich der Wirksamkeit weit auseinander gehen. Zur Zeit probiere ich diesen Anhänger bei meinem Hund selbst aus und kann noch nichts Genaues dazu sagen, außer: bis jetzt hat noch keine gebissen :-) -aber die Saison startet ja gerade erst. Von der gleichen Firma habe ich mit einem Mittel (Melaflon) sehr gute Erfahrungen gesammelt. Nähere Informationen zu dem Tic-Clip und dem biologischen Zeckenschutzmittel finden Sie hier.
- 3. Fazit
An oberster Stelle sollte eine ausgewogene Ernährung und die Stabilisierung der Hautflora stehen. Einmal täglich - bei Hunden möglichst nach dem Spaziergang - sollte das Tier gründlich gebürstet und nach Zecken abgesucht werden, da die meisten Krankheiten erst etliche Stunden nach dem Zeckenbiß durch den Speichel der Zecke übertragen werden. Erweist sich ein Mittel als "unwirksam", sollte das nächste versucht werden - die Mittel können durchaus in ihrer Wirksamkeit variieren, je nach der aktuellen Hautflora Ihres Vierbeiners.
Bei Tieren mit systemischen Erkrankungen, Niereninsuffizienzen, Leberproblemen, alten oder geschwächten Tieren würde ich grundsätzlich keine Chemie anwenden. In stark zeckenverseuchten Gebieten oder bei anderen Gefährdungen im Ausland kann die Behandlung mit chemischen Präparaten durchaus sinnvoll sein (Nutzen-Risiko-Abwägung). Bei der Behandlung mit natürlichen Präparaten würde ich grundsätzlich solchen ohne Teebaumöl, oder Geranium den Vorzug geben und auch auf die geruchliche Belastung für das Tier achten. Außerdem sollten die Hautstellen, auf die die entsprechenden Mittel aufgetragen wurden stets auf Rötungen und/oder Reizungen hin untersucht werden.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Anhaltspunkte zur Zeckenprophylaxe liefern und wünsche Ihnen und Ihrem Vierbeiner viel Erfolg bei der Umsetzung.
Ihre Gabriela Kaetzke




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Kommentar von Beate Mürau |
Hallo Zusammen,
hätte gerne auch einmal gewusst, ob jemand Erfahrung mit Bernsteinketten hat. Ich kenne jemanden, der macht sie selber und schwört darauf!
Kommentar von Monika |
Ich verwende tic-clip bereits seit 3 Jahren und bin der Meinung, dass es hilft, allerdings nicht bei sehr starkem Druck (z.B. Ostern in Italien...), da habe ich bisher Exspot zusätzlich genommen, werde aber gern Melaflon probieren.
Kommentar von Gabriela |
Auch das Melaflon riecht anfangs recht intensiv. Aber im Gegensatz zu den anderen Mitteln flaut der Geruch nach ein bis zwei Tagen deutlich ab. Viel Erfolg damit.
Kommentar von Angelika |
Wunderbar! Endlich mal eine sachlich-neutrale und umfassende Information - so kann ich mir gut ein Bild machen und vielleicht sogar mal wechseln: harte Sachen für harte Zeiten und Sanfteres, wenn das Zeckenaufkommen gerade nicht so hoch ist. Noch eine Frage: Das Melaflon riecht nicht so intensiv wie manch anderes?